Haus geerbt – was tun mit den antiken Möbeln?

Wer ein Haus erbt, erbt meist auch alles, was darin steht: den Sekretär der Großmutter, das Büffet aus dem Esszimmer, Stühle, Kommoden, Spiegel. Zwischen Trauer, Terminen und Behördenpost fehlt oft die Zeit, all das in Ruhe anzuschauen. Viele beauftragen deshalb schnell eine Entrümpelung – und geben damit manchmal Stücke weg, die einen echten Wert haben.

In diesem Beitrag zeigen wir Ihnen, wie Sie beim Nachlass sinnvoll vorgehen: was Sie zuerst tun sollten, woran Sie wertvolle Möbel erkennen und was Sie mit ihnen machen können.

Erst sichten, dann räumen

Der wichtigste Rat zuerst: Lassen Sie nichts abholen, bevor Sie wissen, was im Haus steht. Eine Entrümpelungsfirma rechnet in Kubikmetern, nicht in Möbelgeschichte. Was einmal weg ist, kommt nicht zurück.

So gehen Sie vor:

  1. Fotografieren Sie jedes größere Möbelstück – von vorne, von der Seite, von hinten und innen. Achten Sie auf Schubladen, Rückwände und Beschläge.
  2. Sprechen Sie mit der Familie. Klären Sie früh, wer welche Stücke behalten möchte. Das erspart später Streit, gerade in einer Erbengemeinschaft.
  3. Suchen Sie nach Unterlagen. Alte Rechnungen, Fotos oder Notizen verraten oft, woher ein Möbel stammt und wie alt es ist.
  4. Lassen Sie sich beraten, bevor Sie entscheiden. Eine fachkundige Einschätzung kostet wenig Zeit und schützt vor teuren Fehlern.

Woran Sie wertvolle Möbel erkennen

Nicht jedes alte Möbel ist eine Antiquität – und nicht jedes unscheinbare Stück ist wertlos. Ein paar Merkmale geben erste Hinweise:

  • Massivholz statt Spanplatte: Schauen Sie auf Rückwände, Schubladenböden und Kanten. Sichtbare Maserung, die über die Kante weiterläuft, spricht für Massivholz. Mehr dazu in unserem Beitrag Woran erkennt man Massivholz?
  • Handwerkliche Verbindungen: Schwalbenschwanz-Zinken an Schubladen, Holzdübel statt Schrauben und leichte Unregelmäßigkeiten deuten auf Handarbeit hin.
  • Edle Hölzer und Furniere: Kirschbaum, Nussbaum, Mahagoni oder Wurzelholz-Furniere waren schon früher teuer – und sind es heute noch.
  • Originale Beschläge und Oberflächen: Messingbeschläge, alte Schlösser und eine Schellack-Politur steigern den Wert, wenn sie erhalten sind.
  • Stilepoche: Biedermeier, Louis Philippe, Jugendstil oder Art déco sind gefragt. Gut erhaltene Stücke dieser Epochen erzielen oft deutlich mehr als gedacht.

Auch Schäden sind kein Grund zum Wegwerfen. Lose Leimverbindungen, Wasserflecken oder eine stumpfe Oberfläche lassen sich in der Regel fachgerecht beheben.

Behalten, restaurieren oder verkaufen?

Für jedes wertvolle Stück gibt es im Grunde drei Wege:

  • Behalten und restaurieren: Ein Möbel, an dem Erinnerungen hängen, ist oft mehr wert als jeder Verkaufserlös. Eine fachgerechte Antiquitätenrestaurierung bringt es zurück in einen Zustand, in dem es weitere Generationen begleitet – mit epochengerechter Oberfläche und originalen Beschlägen.
  • Restaurieren und verkaufen: Ein restauriertes Stück erzielt meist einen höheren Preis als eines mit sichtbaren Schäden. Ob sich das rechnet, hängt vom Möbel ab – lassen Sie es vorher einschätzen.
  • Unrestauriert verkaufen: Wenn es schnell gehen muss, ist auch das möglich. Rechnen Sie dann mit einem niedrigeren Preis.

Unser Tipp: Treffen Sie die Entscheidung nicht unter Zeitdruck. Ein Möbelstück lässt sich zwischenlagern – eine voreilige Entsorgung lässt sich nicht rückgängig machen.

Und das Haus selbst?

Möbel und Immobilie gehören beim Erbe enger zusammen, als viele denken. Wer das Haus verkaufen möchte, muss es ohnehin räumen – und die Reihenfolge entscheidet mit über den Erlös.

  • Nicht alles vor der Besichtigung leeren: Ein komplett leeres Haus wirkt oft kalt und kleiner, als es ist. Einige gut erhaltene Möbelstücke helfen Kaufinteressenten, sich die Räume bewohnt vorzustellen.
  • Formalitäten früh klären: Für den Verkauf müssen die Erben im Grundbuch eingetragen sein. Dafür brauchen Sie in der Regel einen Erbschein oder ein notarielles Testament. In einer Erbengemeinschaft müssen alle Erben dem Verkauf zustimmen.
  • Steuern prüfen lassen: Ob beim Verkauf Steuern anfallen, hängt unter anderem davon ab, wie lange das Haus bereits im Familienbesitz war. Sprechen Sie dazu mit einer Steuerberaterin oder einem Steuerberater.

Für den Immobilienteil haben wir in Hannover einen direkten Draht: Unser Inhaber Wojciech Pawelski führt neben Holz66 auch die Adalbert Immobilien GmbH. Dort erhalten Sie eine Einschätzung zum Wert Ihrer geerbten Immobilie und Unterstützung beim Verkauf – auf Wunsch abgestimmt mit der Sichtung und Restaurierung der Möbel durch Holz66.

Also gilt: Erst schauen, dann entscheiden

Ein Nachlass ist keine Aufgabe für ein Wochenende. Nehmen Sie sich Zeit, die Möbel zu sichten, und holen Sie eine fachkundige Einschätzung ein, bevor etwas entsorgt wird. So bewahren Sie Erinnerungen und Werte – und treffen bessere Entscheidungen für das Haus.

Sie haben Möbel geerbt und möchten wissen, was sie wert sind oder ob sich eine Restaurierung lohnt? Besuchen Sie uns in unserem Ladengeschäft am Holzmarkt 3 in der Altstadt von Hannover, rufen Sie uns an unter 0511 54 57 60 09 oder schreiben Sie an info@holz66.de.